Ballhaus Riviera

Die Musik ist aus und die letzten Gäste haben die Tanzfläche verlassen. Seit nur mehr als 20 Jahren finden keine Feste in dem einstigen Ballsaal statt und die Gebäude sind dem Verfall überlassen.

 

Architektur:  ★

Einrichtung: 

Zugang:          ★★

 

Ein Ort der geprägt ist von Wassersport und gesellschaftlichen Begegnungen. Hier gründete der Geschäftsmann Wilhelm Ohlrich um 1880 das Tanz- und Ausflugslokal Riviera. Es war lange Zeit das Ziel für Partygesellschaften und Ausflügler die hier feierten oder die alljährliche Wassersportregatta verfolgten. Das Riviera bestand aus dem ehemaligen Gesellschaftshaus Bellevue, einem Tanzsaal, einem verglasten Tanzpavillon, ein mit Palmen und Blumen gesäumten Biergarten und Anlegestellen für Besucher die mit dem Boot anreisten. 

 

In dem Gesellschaftshaus welches auch als Hotel genutzt wurde befindet sich der 9m hohe Ballsaal. An den Seiten befinden sich Rundbogenfenster durch die das Licht hereinfallen kann und am Kopf eine Bühne auf der früher berühmte Bands ihr Stelldichein gaben. Der Ballsaal im angrenzenden Riviera, ein Flachbau der direkt an die Straße angrenzt, war ähnlich aufgebaut, allerdings wurden hier die seitlichen Rundbogenfenster später zugemauert und die so entstandenen Nischen mit italienischen Motiven bemalt. Der Boden war mit einem Holzparkett ausgelegt, die Decke war reich mit Stuck verziert und über allem thronte früher ein vierstöckiger Kronleuchter.

 

Einen großen Aufschwung erlebte das Riviera als die olympischen Sommerspiele in Berlin abgehalten wurden. Nach dem 2. Weltkrieg ging das Riviera in den Besitz der DDR über und wurde renoviert, hierbei wurden viele Schmuckelemente des Hauses entfernt, wie z.B. teile des Stucks, Balustraden und die italienischen Motive, der Anstrich des Ballsaals wurde durch das damals allseits beliebte Einheitsgrau ersetzt. Um 1980 wurde der Tanzsaal geschlossen und das Gesellschaftshaus diente als Diskothek. Der Komplex verfiel zunehmend und anfallende Bauarbeiten wurden nicht mehr ausgeführt. Das Grundstück wechselte mehrfach den Besitzer aber eine Renovierung oder Weiternutzung des Geländes kam nicht zustande. 2014 musste der Bezirk eingreifen und die Decke im Tanzsaal abstützen da diese einzustürzen drohte. Heute ist vieles eingestürzt und marode, viele Grafittis zieren die Wände, unter anderem finden sich im Tanzsaal mehrere Werke von Plotbot Ken.