Herrenhaus Orient

Versteckt im brandenburger Land liegt ein ehemaliger Gutshof der durch seine orientalische Architektur beeindruckt. Theodor Fontane schrieb einst über die Geschichte des Anwesens und einige Namhafte Architekten haben sich in den dortigen Gebäuden verewigt.

 

Architektur:  ★

Einrichtung: 

Zugang:          ★★

 

Die Geschichte des Guts liegt schon weit zurück, bereits 1850 wurde begonnen den Gutshof zu einem herrschaftlichen Sitz auszubauen. Der Eigentümer des Landsitzes war ein wohlhabender Kaufmann der sein Vermögen durch Forstwirtschaft und den Verkauf von Torf erlangt hat. Der Betrieb wuchs und für die Bewirtschaftung waren zunehmend mehr Arbeitskräfte nötig. Für diesen Zweck wurden zusätzliche Wohnhäuser und Stallungen gebaut. Der Kaufmann wollte das Gut zum Familienanwesen ausbauen und so entstand das orientalische Herrenhaus. Es brauchte mehrere Entwürfe und Architekten bis der Kaufmann zufrieden war denn die ersten Entwürfe waren ihm zu klein und zu schlicht. Neben dem imposanten Kornspeicher entstand auch eine Brauerei und so wuchs das Gut zu einer ansehnlichen Siedlung heran, die als landwirtschaftlicher Musterbetrieb galt.

Nach den Jahren des Wohlstands folgten verschiedene Trockenperioden, Brände und Überschwemmungen, die Nachfrage nach Torf sank und so verfiel der Kaufmann in Schulden. Er war bankrott und war gezwungen das gesamte Anwesen zu verkaufen. Der Besitz durchlief mehrere Eigentümer die die Einrichtung verkauften und den landwirtschaftlichen Betrieb weiter verkommen ließen. 1934 wurde Areal durch die deutsche Wehrmacht übernommen und als Magazin und Schieß- und Übungplatz genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm die GSSD das Gelände, es wurde weiter ausgebaut, es entstanden ein Kino, eine Sauna mit Heizhaus und weitere Unterkünfte. Die so entstandene Garnision beherbergte die 112. Raketenbrigarde und wurde bis zum Abzug der Truppen 1992 genutzt. In den letzten Jahrzehnten wurde die Liegenschaft wiederholt verkauft und zuletzt wollte der aktuelle Eigentümer eine Summe von knapp 500 Mio. Euro investieren um daraus ein Ausflugs- und Feriendomizil zu schaffen. Aufgrund der maroden Bausubstanz, ist es jedoch fraglich ob diese Ziel verwirklicht werden kann...